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eine Ode an die Freude

Welchen Duft trägt die Traurigkeit, welchen die Freude? Wohin gelangen wir, wenn wir alle Sorgen abstreifen und uns von der inneren Freude tragen lassen?

Spontan assoziiere ich damit ein Gefühl von Freisein, ein Tanz aller Sinne, losgelöst von einem beengenden Zustand, ungehindert von Ballast der Sorge oder einer besitzergreifenden Düsterheit, die uns in das Tal des Elends, der Trauer und der Bestürzung zu katapultieren weiß.

Gibt es einen Freipass für die Freude? Eine Bedienungsanleitung für diesen kurzen und doch segensreichen Zustand, der uns um Jahre verjüngen kann und uns den größten seelischen Reichtum beschert?

Mystiker aus allen Ecken der Welt wollen dem Menschen versichern, dass seine ursprüngliche Form Freude und Liebe ist. Doch steht mit uns die Freude am Morgen auf? Ist sie unser treuen Begleiter durch den Tag hindurch, ganz egal welche Tätigkeit wir ausführen und geht sie mit uns abends wieder zu Bett, um dann im Schlaf mit einem heiteren Traum aufzuwarten? Ich bezweifle es.

Freude ist nichts Selbstverständliches, auch wenn sie jedem zur Verfügung steht. Freude ist verbunden mit Arbeit, mit einer Entschlusskraft und einer Fokussierung darauf. „Von Nichts kommt nichts“. Es bedingt, dass wir uns damit beschäftigen und uns gewahr werden, was uns in die Freude führt. Aufrichtige Freude am Dasein, am Tun, am Leben. Daher ist die Frage berechtigt: „Nach was riecht Freude, bzw. was verschafft dir Freude?“. Weißt du es? Oder brauchst du einen Tag, um die Antwort dafür finden zu können?

Es gibt die Freude am Tun, etwas mit Freude zu tun oder aus Freude etwas zu tun. Das sind dann unsere Hobbys, unsere Leidenschaften und unseren Liebsten und uns selbst eine Freude bereiten. Das gemeinsame Feuer der Freude entfachen.

Doch gibt es, auch losgelöst von jeder Tätigkeit, den naturgegebenen Zustand von Freude? Einen sogenannten innewohnenden Zustand in unserer Persönlichkeit, eine Salbe für die Psyche, die ein Garant für Gesundheit ist und uns aus der Krankheit in die Gesundung bringt? Wenn dem so wäre, dann hätten wir ja alles Glück in den Händen und könnten uns mit gutem Gewissen dem kindlichen Sein widmen, das häufig mit wahrer, unverfälschter Freude assoziiert wird.

Es gibt sie doch, diese Menschen, deren Augen ständig funkeln, zärtlich verträumt mit einem ewigen Lächeln, das sie irgendwo als Wundermittel erstanden haben. Gutes Karma vom letzten Leben im Handgepäck der Seele mitgebracht? Wir sollten sie fragen… Eines ist sicher, wir fühlen uns magisch angezogen von fröhlichen Menschen, die ihre Freude großzügig an ihr Umfeld und den Rest der Welt verschenken und uns einen Hauch von Glücklichsein offenbaren.

In Drittweltländern sehen wir Kinderaugen, die mit nichts Freude erfahren und sich an ihr laben, als sei sie das Einzige, was sie je besitzen werden.

Freude hat nichts mit Wohlstand zu tun, sondern Freude ist etwas, das jedem Kind schon in die Wiege gelegt wird. Möglicherweise im tiefsten Winkel der Innerlichkeit verborgen und verwaist. Doch es gibt sie. Für jede Kreatur. Selbst Tiere verspüren sie.

Die beste Freundin der Freude ist die Liebe. Sie erfährt Ansehen durch ihre Anwesenheit und sie verstehen sich gut. Denn wo Freude auftaucht, wird die Liebe zum Leben erweckt, da Freude heiter ist, schamlos, harmlos, schonungslos. Auch für das Herz. Sofern es sich nicht um die pervertierte Art der Freude handelt, der Schadenfreude. Da kommt dann gerne Schmähung auf und diese Emotion der Umkehr oder gar Entartung resultiert wohl eher aus einem Gefühl der Ohnmacht oder der Unvollständigkeit. Das duale Gegenteil begrenzt die individuelle Möglichkeit. Denn überall wo wir unser Glücklichsein von anderen Menschen abhängig machen, verlieren wir ein gutes Stück an Eigenständigkeit. Das beschränkt die Selbständigkeit und macht uns zum versklavten Ausbeuter.

„Warst du schon mit der Freude alleine? Konnte sie dich befreien, aus deinem bestürzten Gedankenlabyrinth? Wie fühlte sich dieser Zustand für dich an? In deinem Körper? In deinem Herzen? Gab es da noch irgendeinen Zweifel oder etwas, das dich hinderte, die Freude mit ganzer Inbrunst zu erfahren?“.

Erstaunlich aber wahr, wir müssen wieder lernen Freude zu entdecken. Denn sie ist uns abhanden gekommen. Durch die Aufmerksamkeit auf Kriege, Wirtschaftskrisen, materielle Verluste, unberechenbare Krankheiten, Streitigkeiten, Umweltsorgen und weitere freudlose Phänomene.

Die Freude liegt nicht weit weg, sie liegt nicht im Außen oder gar in Afrika. Sie wartet in uns, unversehrt, vollkommen, rein und für jeden zu haben. Es gibt sie doch. Wenn auch verschüttet, verborgen oder gar verdrängt. Doch mit Hingabe lässt sie sich hervorlocken, frohlocken. Heute ein wenig, morgen vielleicht schon ein kleines bisschen mehr. Und sie kostet meistens nichts…

 

 

 

 

 

 

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