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über das Vertrauen

Jeder Mensch kann nicht genug davon kriegen. Und doch ist es sehr schwer zu erlernen. Das Naturell anerkennt es ohne Zögern, aber es entgleitet einem manchmal leichtsinnig und urplötzlich. Es braucht nicht viel und schon steht man nackt da, unsicher und ohne festen Boden. Zu schnell ist man aus dem Schoss des Vertrauens gehoben.

Von Kindesbeinen an sind wir bestrebt, Vertrauen zu gewinnen und vertrauensvoll durchs Leben zu schwimmen. Über dem Wasser der Furcht und des Gehemmtseins zu gleiten. Dann schauen wir nach etwas Festem, einem Anker der Ermunterung, die uns das Gefühl von Stabilität und innerlicher Stärke schenkt.

„Confiance“, wie es auf Französisch klingt. Erinnert gern an eine ersehnte Süßigkeit mit lang anhaltendem Aroma. Ein Duft von Wehmut und von Unsterblichkeit. Ein Leben voller Köstlichkeit.

Wie toll, wenn es ein Schulfach gäbe, in dem wir lernen, unser Vertrauen zu stärken. Vertrauen in uns selbst, in unsere Mitbürger und in die große, weite Welt. Zuversicht garantierend, die eigene Entwicklung fördernd, ohne Umschweife. Mit freier Fahrt in die personifizierte individuelle Reife.

Vertrauen wird uns als Erstes von unseren Eltern, Geschwistern und unseren Freunden geschenkt. Indem wir gespiegelt bekommen, was wir mit unserem Sein und Tun bewirken. Täglich, ohne Unterbruch. Indem wir lernen, kleine Schritte zu wagen und nicht zu verzagen. Dem eigenen Fortschritt Rechnung tragen.

Kleinkinder wollen bestätigt werden und benötigen Lob für ihr Gedeihen und Wachsen. Tadel darf hin und wieder geschehen, doch mit Wohlwollen und Zuspruch gelingt der eigene Start ins Leben besser.

Ist das Vertrauen einmal gebrochen, tragen die Herzen schwer und sind voller Schmerzen. Die Heilung benötigt viel Zeit und manchmal etliche Jahre, bis es dann vergessen ist. Das eigene Scheitern und der seelische Riss.

Vertrauen ist die Basis einer gut funktionierenden Beziehung. Ohne Vertrauen enden wir im Kerker der unliebsamen Gefühle. Wir misstrauen und sind voller Skepsis, wollen verdrängen, erzwingen, dominieren und kontrollieren. Vertrauen ist nicht käuflich. Seine Abwesenheit ist mitunter hinderlich und teuflisch.

„Vertraust du mir?“, fragt sie mich und schaut mir liebevoll ins Gesicht. „Ja ich vertraue dir, denn ich spüre, dass du meine Freundin bist. Ohne verborgene List“. Da ist Liebe im Spiel, und die heilt so viel. Sie teilt sich mit, ohne Argwohn und ohne Hohn.

Wie vielen Menschen kannst du komplett vertrauen? Auch wenn es dir mal schlecht geht? Gibt es Menschen, die deinen Fähigkeiten trauen?

Schauen wir hinaus in die Welt, so sehen wir nicht viele Geschehnisse, die vertrauenserweckend sind. Alles ergötzt sich an gesellschaftlichen Konflikten und jeder schiebt die eigene Verantwortung weit weg. Der andere ist schuld und hat zuerst den Zwist begonnen. Keine eigene Reue, Einsicht oder Bereitschaft, den ersten Schritt zu machen.

Lasst die bösen Geister lachen.

Über uns. Kleine Menschen. Die nichts Besseres wissen, als einander zu missgönnen. Und Kriege führen. Der Krieg zwischen den beiden Eltern, zwischen den Kindern und den älteren. Es beginnt früh und lässt einem innerlich sterben. Wir geleiten ohne Vertrauen und gegenseitige Unterstützung schnell ins Verderben.

Doch wo liegt des Rätsels Lösung? Wie gelangen wir ins Land der Erlösung? In dem wir Selbstvertrauen kriegen? Und über unsere Unzulänglichkeit siegen?

Möglicherweise müssen wir einfach versuchen, neues zu wagen. Dinge tun, die noch nicht in unserem Repertoire angelegt sind. Neugierig sein, wie das kleine Kind. „Probieren geht über studieren“.

Also los, lasst uns erforschen. Und die eigenen Ideen und schlummernden Fähigkeiten erwecken. Beleben wir unsere Lust, die mit der Freude einhergeht. Und nähren wir unser Bestreben, uns im Können zu erleben. Ob mit ein paar Fehler oder Misserfolge. Wir stehen erneut auf und versuchen es noch ein Mal.

Vertrauen will sich an der Praxis erproben. Glücklich mit dem Köpfchen erhoben.

 

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