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Über Träume, Wünsche, Visionen und Realitäten

Kann man wunschlos glücklich sein? Kann man das Leben verträumen? Gelingt es einem zwischendurch, die Realität mit der Fernbedienung auszuknipsen und sich gedanklich in paradiesische Zustände zu begeben?

Buddha lehrt: „Lass alle Wünsche los. Dann erfährst du wer du bist und das Glück – das Ewige wohl verstanden – offenbart sich dir“.

Aber ist das realistisch umsetzbar? Wirkt es glaubwürdig, wenn jemand sagt, dass er keine Wünsche, sondern alles Erdenkliche im Haushalt verfügbar hätte? Ist so was überhaupt möglich?

Sind Träume, sind Wünsche gefährlich? Entfernen wir uns dadurch von der Wirklichkeit und wähnen uns in fiktive, affektierte Welten? In utopische Gefühlslandschaften, wo wir Liebe aus Weinfässer kosten, unversiegbar, ohne eigenes Zutun. Wo Freude als Regentropfen unaufhörlich nieder prasselt und wir mit gesunden, schmerzfreien Herzen eine intakte Gesellschaft pflegen. Ohne Spur von Trauerregen.

Ab wann wird’s gefährlich? Das Träumen und das Wünschen. Unterscheiden wir zwischen Tagträumen, Träumen während des Schlafes, Albträumen und Träumen als Verdrängungsmechanismus? Um aus unseren Alltagsdepressionen zu flüchten? Die immer häufiger auch den gut situierten Bürger ereilen und sich mit der Vernunft streiten.

Doch gelten Träume nicht als starke Triebfeder für mögliche umsetzbare Ziele? Gibt es womöglich Planeten, wo auf Gedanken nahtlos Taten folgen. Gedanken sogleich materialisiert werden. Wo hygienische Gedankenpflege unverzichtbar ist, damit man sich nicht durch Eigenverschulden ins Elend stürzt.

Wie verhält es sich hier auf Erden? Erben wir das, was wir sähen und sind wir mitverantwortlich für unser Gedeihen? Angefangen mit dem Bild, das wir von uns in uns tragen? Oder haben wir begrenzte Möglichkeiten und sind angewiesen auf das Wohlwollen des Schicksals, das wir zu huldigen und tolerieren haben.

Es gibt keinen Gott, der uns dies beantworten könnte. Oder keiner, der uns alle erhört und der seine Worte kundtut. Der individuelle Glaubenssatz und die spirituelle Gesinnung sind nun vorab von dieser These ausgeschlossen.

Gibt es die Synthese vom Sichtbaren und glaubhaft Unsichtbaren? Vom theistischen Verständnis und der wissenschaftlichen Belegbarkeit? Wer weiß darüber Bescheid?

Gelangen wir nochmals zurück zu unserer Frage: „Sind unsere Träume verwerflich?“ Oder haben wir die Erlaubnis, unsere Träume und Wünsche in fühlbare Visionen zu verpacken und sie somit ins Leben zu rufen? Gelingt es uns?

Was haben die Visionären für eine Bedeutung gehabt in dieser verloren geglaubten Welt? Waren sie lediglich Schöngeister und leichtgläubige Träumer? Sind sie gar Hoffnungsträger für eine Menschheit, die Unheil züchtet und Hass der Liebe vorzieht.

Ermöglicht uns das Träumen, uns selbst zu übertreffen, unsere Chancen in der Schule des Lebens zu illustrieren, integrieren und manifestieren?

Ich habe eine scheue Vorahnung, dass dies in irgendeiner Weise möglich ist. Es grenzt beinahe an Wunder und imaginärem Fanatismus. Aber es gibt Zeugnisse davon. Da bin ich mir sicher.

Wünsche und Träume können Hoffnung heraufbeschwören. Und Hoffnung ist das Salz der guten Verfassung. Denn wo Hoffnung ist, versiegt kein Licht. Und es weitet einem die Sicht.

Doch wie können wir unsere Visionen ins Leben rufen und diese realistisch umsetzen? Genügt es einfach schöne Gedanken zu hegen, intimste Wünsche zu pflegen? Und zu hoffen, dass die Engel da oben im Himmel zu uns herabsteigen, um uns aus der Misere zu hieven? Wohl eher nicht.

Vision möchte betanzt werden. Mit Emotion und Phantasie.

Vision ruft Verantwortung hervor. Für Tätigkeit, Hingabe, Durchhaltewille und Zuversicht. Bitte bewahre ihr Gesicht.

Vision möchte genährt werden mit Liebe, Lust und Freude. Sie möchte glaubwürdig dastehen inmitten Skepsis und Orientierungslosigkeit.

Die Realisierung der Vision besteht darin, dass sie nicht erst in die Zukunft gelebt werden will. Sondern Vision möchte schon als gegenwärtige Wirklichkeit bestehen. Im Jetzt und im Herzen. Das ist ganz wichtig.

Vision dirigiert das Orchester der Mannigfaltigkeit. Sie lässt sich nicht einschüchtern, sondern bleibt standhaft. Steigt hinab in die Herzkammern. Sie umklammert das pulsierende Organ, das Steuerelement der Gefühle. Dort möchte die Vision als gelebte Einheit rhythmisch mitschwingen.

Sie möchte sich Geltung verschaffen und einen universellen Namen machen. Vision will beherzigt sein. Im heutigen Dasein. Ohne Pein.

Vision beim Zähne putzen wachrufen. Vision beim Kaffee trinken gedanklich beleben. Vision beim Warten auf den Bus ins eigene Herz einladen. Und mit Liebe untermalen. Vision mit Überzeugung bestrahlen.

Die Sonne geht auf und runter. Die Vision steigt mit mir aus dem Bett und begleitet mich nett die Nacht hindurch. In meinen Träumen und Wünschen.

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