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Erfolg

Kürzlich habe ich ein Video zum Thema „Einschätzung des eigenen Erfolgs“ gesehen. Es ging darum, dass man verschiedene Personen zum Thema „Erfolg“ befragte und sie jeweils ihre Selbsteinschätzung in einer Punkteskala von 1 bis 10 abgeben mussten. Anschließend befragte man ihre engsten Vertrauten über ihre Einschätzung der Probanden. Spannend dabei war, dass die Testpersonen sich selbst jeweils die kleinere Punktezahl als ihr Umfeld schenkten. Mit was hat dies zu tun? Ist die Selbsteinschätzung häufig geringer als die Fremdeinschätzung?

Spürt man in sich selbst rein, so erkennt man, dass der innere Richter wohl der Strengste und Härteste von allen ist. Denn persönlicher Erfolg liegt gedanklich meistens in weiter, unerreichbarer Ferne.

Was macht uns zu einem erfolgreichen Menschen? Ist es vor allem die berufliche Leiter, die wir emporklimmen oder sind es  individuelle Ziele, die gar unsere Person bemächtigen, an Größe zu gewinnen? Vielleicht spielt der berufliche und gesellschaftliche Erfolg die entscheidende Rolle. Doch spürbar wird dieser Erfolg wohl erst dann, wenn das Innere sich selbst den Erfolg zugesteht.

Erfolgreiche Menschen werden manchmal krank und erleiden eine unheilbare Krankheit. Der Grund dafür ist nicht der Erfolg an sich, sondern das Ausbleiben von innerer Fülle, von Genuss und der Anerkennung seiner selbst. Man hat reüssiert, nur um dann gleich der nächsten Ambition hinterher zu jagen. Man gibt sich nicht geschlagen. Auch nicht vom eben erkorenen Erfolg. Kräftemessen ohne Ende. Gefahr droht, denn Innenschau und Musse bleiben aus. Das blosse Sein geniesst. Sein lassen.

Wahrer Erfolg ist eine Frage der Definition. Ist er eine Folge eines erfolgreichen Selbstausdrucks? Und der Verwirklichung der Persönlichkeit? Wobei die Zielsetzung alleine keine Garantie für eine Goldmedaille ist.

Erfolg gehört nicht einzig in die gute Stube. Sondern Erfolg kann jeden glücklich machen und ist wichtig fürs eigene Gedeihen. Doch keine Garantie für empfundenes Glück und innere Fülle. Er trägt aber mit Sicherheit dazu bei.

Erfolg bleibt nicht stehen. Denn Erfolg ist etwas, das sich durch das ganze Leben zieht und immer wieder  mit der selbstgefälligen Zufriedenheit kokettiert. Mit Bescheidenheit ist kurz geweilt. Hinsichtlich der Erfolgsorientierung versteht sich.

Im Katalog der erfolgreichen Menschen katapultiert der persönliche Marktwert immer wieder in höhere Gefilde. Wenn man dran bleibt und mitgeht. Denn die Menschen und die Welt bleiben nicht stehen. Leben ist ein Fluss, der an Kraft gewinnt und nur mit dem Ableben der Person zu fließen aufhört. Wenn überhaupt.

Wir setzen und Ziele und streben diese an. Und manchmal werden sie verwirklicht. Erfolg einzig im Geiste zu pflegen und Ambitionen nicht in Tat umzusetzen sind Luftgespinste. Und enden manchmal leider im Irrsinn oder in Utopie.

Erfolg im Alltag ist ein Segen. Die Pendenzliste zu erledigen schenkt uns schon gutes Befinden. Kleine Erfolge sind fassbar und realisierbar. Das Wohlbefinden steigt dadurch und wir können sehr viel glücklicher sein.

Eine weitere Hürde auf uns nehmen. Auch wenn es bedeuten, wieder Kleinkind zu werden und sich komplett auf neues Terrain zu begeben.

Die Möglichkeit eines Misserfolgs herausfordern. Der Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs ins Leben rufen.

Misserfolg geschieht häufig zuerst im eigenen Denken. Sich selbst also mit Vertrauen beschenken und den Fokus mutig auf Erfolg lenken.

Erfolg ist nicht immer voraussehbar. Manchmal werden wir überrascht und erkennen viel später, dass wir doch hin und wieder sehr erfolgreich mit etwas umgegangen sind. Wenn auch nur mit einem Unglück, das wir zu meistern wussten.

So scheint es sehr spannend zu sein, Menschen nach ihrem Erfolg zu fragen. Nicht selten kommt diese Frage auch bei einem Vorstellungsgespräch zum Zuge. Damit möchte man nämlich sehen, inwiefern sich die Person mit den eigenen Stärken bemisst. Es ist nicht immer einfach, die eigene Einschätzung zu sich selbst auf die positiven Eigenschaften zu lenken. Schwächen sind näher bei einem, wenn man sie denn nicht allzu sehr verdrängt.

Was misst du als dein größter Erfolg in deinem Leben?

An welche deiner Erfolge erinnert sich die Welt, wenn du sie verlässt?

Und welcher Erfolg liegt noch vor dir, den du zu erreichen wünschst?

Scheue dich nicht. Manchmal nämlich ist die Angst vor der eigenen Größe größer als vor der eigenen Unscheinbarkeit.

  1. Michael #

    Die wohl spannenste Frage dabei: Inwiefern ist dein eigenes Glück mit deiner persönlichen Einschätzung deines Erfolgs abhängig.

    Gefällt 1 Person

    23. September 2015
    • Das eigene Glück ist stark abhängig von der persönlichen Einschätzung. Dies lässt sich kaum voneinander trennen.

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      23. September 2015
      • Michael #

        Korrekt. Aber die Einschätzung vom Erfolg muss nicht umbedingt mit der Einschätzung vom Glück zusammenhängen. Heisst; Die Definition von Erfolg ist ausschlag gebend. Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung sind auch aus diesem Grund verschieden.

        Beispiel: Dr. Prof. Universitätsabschluss
        Fremdeinschätzung: Erfolgreich
        Selbsteinschätzung: Nicht erfolgreich

        Warum? Weil der Proband vielleicht aus einer gescheiterten Ehe kommt und seinen Misserfolg darin sieht. Glücklich oder unglücklich? Vielleicht glücklich; weil er seine Freizeit mit seinem Sohn und seiner neuen Freundin verbringen kann, die ihn beide als Held sehen.

        Lass also deinen Erfolg oder dein Glück niemals von anderen bemessen. Denn deinen Massstab setzt du selber. Und mach dein Glück nicht abhängig von Erfolg oder Misserfolg.

        Gefällt 1 Person

        25. September 2015
  2. Also ist Glück unabhängig von Erfolg und umgekehrt? „To be is not to do“ oder so ähnlich. Glück und Freude resultieren aus innerer Fülle – Erfolg geniessen ist aber auch etwas natürliches, das wohl jeder ab und zu benötigt fürs eigene Gedeihen. Manchmal kann es auch eine Kompensation sein. Doch das Wesen möchte sich auch erproben.

    „Sei glücklich, dass es dich gibt…“. sagte einst ein buddhistischer Mönch zu mir.

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    29. September 2015
  3. Michael #

    Lass dein Glück sich nicht von Erfolg und Misserfolg blenden.

    Vor kurzem Kindermonopoli gespielt mit einem 5-jährigen Mädchen. Sie hat fürchterlich geweint, als sie gemerkt hat, dass sie all ihr Spielgeld verliert. Als ich sie gefragt habe, ob sie spiele um zu gewinnen, hat sie genickt. Ich hab sie angesehen und gesagt – ich spiele um zu spielen, weil es mir Spass macht mit dir Zeit zu verbringen, unabhängig vom Endresultat. Sie hat sich dann wieder zu uns gesetzt.

    Gefällt 1 Person

    7. Oktober 2015
  4. spielerisch sein, gemeinsam und an einander Freude empfinden….ganz schön…wird dem kleinen Mädchen sicher eine gute Grundlage geben…

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    22. Oktober 2015

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