Zum Inhalt springen

Wenn Reize intensiver wahrgenommen werden – die neurogene Konstitution

Wusstest du, dass sich in der Iris Hinweise auf eine erhöhte Sensibilität zeigen können? In der Irisdiagnostik wird dabei von einer neurogenen Konstitution gesprochen. Aus naturheilkundlicher Sicht wird diese Konstitution mit einer erhöhten Empfindsamkeit gegenüber Reizen in Verbindung gebracht. Dabei wird angenommen, dass sich das Nervensystem in der Kindheit möglicherweise nicht ausreichend stabilisieren konnte.

Es ist so zu verstehen, dass jeder Mensch verschiedene Konstitutionen als Anlagen mitbringt. Diese Konstitutionen haben – wie vieles im Leben – sowohl Vor- als auch Nachteile beziehungsweise Potenziale und eine Tendenz zu bestimmten Dysregulationen und Dysfunktionen, die unter bestimmten Umständen die Gesundheit beeinträchtigen können.

Je früher das Bewusstsein für die eigenen Konstitutionen entsteht, desto eher kann durch eine achtsame Lebensführung die individuelle Anlage unterstützt und können die eigenen Grenzen erkannt und berücksichtigt werden.

Für mich bedeutet die Tätigkeit in der Naturheilkunde immer mehr, dass ich mich auf die Stärken und Potenziale meiner Patientinnen und Patienten sowie meiner Klientinnen und Klienten fokussieren möchte. Auf diesen Stärken aufzubauen, kann auch den Umgang mit eigenen Schwächen und Krisen erleichtern, die als Schattenanteile zu jedem Menschen gehören.

Da ich selbst eine neurogene Konstitution mitbringe, weiss ich umso mehr, was es bedeutet, den Umgang mit Reizen von aussen, aber auch von innen, zu erlernen.

Dabei steht für mich die Stabilisierung des autonomen Nervensystems im Vordergrund. Damit dies gelingen kann, ist eine gute Selbstregulation von zentraler Bedeutung.

Jeder Mensch verfügt über eine individuelle Reizempfindlichkeit und Sensibilität. Werden die persönlichen Grenzen wiederholt überschritten und fehlen geeignete Strategien zur Regulation, kann dies Ängste, Überforderung und Erstarrungszustände begünstigen. Auch körperliche Schmerzen, für die sich keine eindeutige physiologische Ursache finden lässt, können damit in Zusammenhang stehen.

In der Praxis schaue ich meinen Patientinnen und Patienten gerne zuerst in die Augen. Erkenne ich dabei Merkmale einer neurogenen Konstitution, weiss ich, wie wichtig es sein kann, den Parasympathikus als Teil des autonomen Nervensystems zu unterstützen und Entspannung zu fördern. Bei dieser Konstitution ist oftmals weniger mehr.

Da die Entwicklung des Nervensystems in der Kindheit durch verschiedene Faktoren möglicherweise erschwert wurde, können kleine und sanfte Reize, wie sie auch für Kinder geeignet sind, besonders hilfreich sein.

Sanfte, harmonisierende Reize können beispielsweise mit Heilmitteln aus der Spagyrik, Gemmotherapie, Tinkturen, Heiltees und Bachblüten sowie mit homöopathischen Präparaten gesetzt werden.

Auch manuelle Therapien können sanfte Reize setzen. Besonders eignet sich dafür die therapeutische Frauen-Heilmassage.

Als Teilmassage bieten sich beispielsweise die lymphatische Grundbehandlung sowie Behandlungen von Nieren, Nebennieren, Leber und Herz an. Die TFM, wie sie kurz genannt wird, kann individuell auf die jeweilige Person, ihre Wünsche und ihr Beschwerdebild abgestimmt werden. Sie ist eine sehr sanfte Methode, die den Körper auf vielfältige Weise unterstützen kann.

Bisher keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar