Wir sind schwanger, ruft die Seele!
Die Vorstellung, einmal Mutter zu werden und ein kleines Wesen durchs Leben begleiten zu dürfen, bewegt wohl viele Frauen, seit sie denken und (mit-)fühlen können.
Schon beim Puppenspielen äussert sich der archaische Wunsch und weckt in der Mädchenseele die mütterliche Fürsorge.
In erster Linie können wir ja nur wirklich andere bemuttern, nachdem wir selbst ausreichend bemuttert wurden. Entweder von unserer Mutter oder von uns selbst oder stellvertretend von einer Tante oder Nachbarin.
Während der Schwangerschaft weiss die Frau noch nicht, welche Mutter in ihr innewohnt. Bin ich überhaupt fähig, mich zu regulieren? fragt sie sich. Bin ich mir bewusst, dass die Liebe so verwundbar ist? Die Mutterliebe, die sich in den Körper des Kleinen anheftet, als wäre es ein Organ von ihr? Gewollt oder nicht gewollt.
Die Seele ist ebenfalls schwanger. Die Seele jauchzt, wenn sie das Herzchen auf dem Ultraschall schlagen sieht. Und die Seele ängstigt sich beim ersten Weinen des Säuglings.
Die Mutterseele kommt auch zusammen mit dem Kind auf die Welt und legt sich in die Wiege der Sorge. Doch da wächst auch Vertrauen. Das schon immer da war. Seit Generationen.
Im Spiegel der eigenen Kindheit schaut sich die Schwangere an und flüstert sich zu, dass sie es ganz anders machen möchte und wird. Nur wie? Einfach genau das Gegenteil von dem, was ihr angedeiht wurde? Und ihr Bild von Familie?
Die Seele kann mit der Heilkunst der Homöopathie oft sehr gut mitschwingen. Aus Sicht der Homöopathie ist der Mensch mehr als die Summe seiner Teile. Er ist ein Wesen, das über sich hinauswachsen kann und soll.
So geht die homöopathische Heilkunst auf Gefühle, Empfindungen, Vorlieben, Ängste, biographische Überlieferungen und Talente sowie körperliche Symptome ein. Sie sieht diese Einzelteile wie ein Mosaik, das zusammengefügt eine einzigartige Seelenlandschaft bildet.
Eine Freundin in homöopathischer Form ist die Küchenschelle, auch Pulsatilla genannt. Ein schönes Mittel, wenn Frauen Trost wünschen und die Sehnsucht nach Nähe vorhanden ist. Alleine sein mögen sie nicht besonders.
Manchmal entzieht die Schwangerschaft den Boden unter den Füssen. Damit die Geborgenheit im Leben wieder fühlbar ist, kann mit Pulsatilla gearbeitet werden.
Gelingt das Ankommen in der neuen Rolle nicht sofort, so finden sich in der Homöopathie Mittelbilder, die den Einstieg erleichtern. Alle Emotionen wollen gelebt werden.
Anacardium orientale oder auch Malakka-Nuss kann bei inneren Konflikten helfen. Wenn eine Frau nicht weiss, welcher Weg der richtige ist: Ein Leben ohne Kind oder ein Leben als Mutter.
Die Verbindung zwischen Mutter und Kind formt sich bereits in der Schwangerschaft. Das Kind durchlebt Gefühle in sicherer Distanz und geschützt in der Höhle des mütterlichen Bauches. Werden sie Teil seiner Persönlichkeit?
Schwanger werden ist das Eine. Mutter werden das Andere.
Perfekte Mütter werden nicht geboren. Aber gute Mütter können sich ein Leben lang entwickeln.
Dazu zählen Zweifel, Wachstum, erneuter Zweifel, Unsicherheit, Angst, ein überquellendes Herz voller Liebe, Neuorientierung. Und ganz viel Raum, um diesen Gefühlen Platz zu schenken.
Das Kind kommt auf die Welt. Und die Mutter lässt es los.
