Die Milz
Liebe Milz, du fristest manchmal ein stiefmütterliches Dasein. Ähnlich dem Lymphsystem, zu dem auch du dazugehörst.
Die Abwehrfunktion der Milz
Was wissen wir denn über dich, liebe Milz? Na, irgendwie weiss doch jeder, dass du eine essentielle Funktion in der Immunabwehr innehältst. Du scheinst da als eine Art Polizistin zu fungieren und schädliche Keime abzuwehren.
Liebe Milz, als sekundäres lymphatisches Organ zählen wir auf dich, denn ohne Lymphsystem, das als offenes Parallelsystem zum Blut eine wichtige Kläranlage unseres Körpers darstellt, würden wir uns selbst vergiften. So hilfst du unserem Organismus mit allerlei Fremdeinflüssen aus der Mikroben Welt und sonstigen Giftstoffen umzugehen. Dies ist ein wichtiger Hinweis für all diejenigen, die in irgendeiner Form an Allergie oder einer Autoimmunerkrankung leiden. Kümmert euch um eure Milz!
In meinen naturheilkundlichen Behandlungen verwende ich Heilpflanzen Rezepturen und manuelle Anwendungen, die die Milz und andere Entgiftungsstationen in unserem Körper unterstützen.
Das Organ der Weisheit
Liebe Milz, eigentlich könnten wir dich auch das Organ der Weisheit nennen.
Denn in der traditionellen europäischen Naturheilkunde werden dir saturnische Kräfte zugeteilt. Saturn steht für Reife, Reflexion, Kontemplation und für die daraus erworbene Weisheit im Alter. Er prüft, ordnet und wertet aus. Ihm sind strukturierende Kräfte innewohnend, die Prozesse und Zyklen abschliessen. Es sind Erdenkräfte, die nach unten und nach innen streben. Der Fluss des Lebens tragen sie in sich, konsolidierend und bewahrend. So wundert es auch nicht, dass die Milz für die Verteilung der Flüssigkeit im Körper verantwortlich ist.
Und eine Milz, die z.B. durch zu vieles Grübeln, depressive Verstimmungen oder einseitige Kopfarbeit geschwächt ist, kann anstelle von Befeuchtung eine Trockenheit der Gewebe zur Folge haben.
Die Beziehung zum Blut
Liebe Milz, du entscheidest, wie viel Blut dem Organismus zur Verfügung gestellt wird und erneuerst als weitere wichtige Aufgabe laufend unsere roten Blutkörperchen. Diese roten Blutkörperchen versorgen uns mit dem wichtigsten Lebensstoff überhaupt, dem Sauerstoff. Und dieser lebensnotwendige Sauerstoff macht nicht sauer, sondern wirkt höchst vitalisierend. Eine erschöpfte Milz lässt oft unsere Eisenwerte sinken. Denn die roten Blutkörperchen sind zugleich unsere Eisenlieferanten. Und was passiert, wenn die Eisenwerte im Blut sinken? Wir werden anfälliger für Infekte, fühlen uns müde und frieren schneller.
Hier schliesst sich der Kreis wieder: Unsere Abwehrstärke hängt von deiner guten Verfassung ab, liebe Milz.
Wollen wir unseren Nährsaft, das Blut, in qualitativer und quantitativer Hinsicht stärken, so müssen wir in die Pflege der Milz investieren.
Ein Kooperationsorgan
Du bemerkst sicher meine grosse Zuneigung zur Milz lieber Leser und liebe Leserin. Ist dieses Organ noch so klein und unscheinbar, so ist es doch so wichtig für viele Prozesse in unserem Körper. Eine erfolgsversprechende Heilmethode schliesst folglich die Milz im Behandlungskonzept mit ein.
Die Milz ist ausserdem auch als Kooperationsorgan für die anderen Organe im Bauch wie Leber, Galle und Darm essentiell und ist am venösen Pfortaderkreislauf beteiligt.
Sowohl in der fernöstlichen Medizin wie auch in der der traditionellen europäischen Naturheilkunde wird ihr eine wichtige Rolle für Vitalität zugetragen. Frösteln wir, so kann das unter anderem mit einer energetischen Milzschwäche in Zusammenhang stehen.
In der Psychosomatik wird die Milz mit Melancholie in Verbindung gebracht. Melancholiker verfügen oft über ausgefeilte analytische Eigenschaften. Sie lassen gerne vergangene Erlebnisse immer und immer wieder Revue passieren. Ihre Gefühle gründen in tiefe Gewässer, die im Laufe des Lebens aufgrund ihrer sensiblen Natur abkühlen. Sie benötigen viel seelische Wärme in Form von Geborgenheit, Freundschaft, körperliche Berührungen und kleinen Alltagsfreuden.
Im Wort Melancholie steckt das Wort Chole, das für die Galle steht. Ist der Gallensaft verunreinigt, kann dies die Gesundheit schädigen und chronische Krankheitsverläufe nach sich ziehen. In der TEN spricht man von schwarzgalligen Prozessen, die, wenn sie entgleisen, gerne degenerative Krankheitsbilder wie z.B. Arthrosen, Zystenbildungen aber auch psychosomatische Krankheiten wie Depressionen, ADHS oder Burnout entstehen lassen.
Der Herbst steht für die Milz
Herbstzeit ist Milz Zeit! Im Herbst dominieren Kälte und Trockenheit. Diese beiden Qualitäten sind auch der Milz zugeordnet. Jetzt ist wichtiger denn je, den Organismus zu befeuchten und erwärmen, um die inneren Lebensgeister fit zu halten!
Wie machst du das?
Hier sind ein paar milzfreundliche Beispiele:
- Schmorgerichte im Speiseplan einsetzen.
- Wurzelgemüse auf sanfte Art zubereiten und geniessen.
- Bitterstoffe vor den Mahlzeiten essen.
- Leicht süssliche, wärmende Gewürze und Kräuter werden.
- Massagen mit warmen Ölen
- Dampfbäder, warme Fussbäder mit ätherischen Ölen und Kräutertees genehmigen.
- Dinge tun, die begeistern und nähren.
- Soziale Kontakte pflegen.
- Sich dem Genuss hingeben.
